Goldschmiedekunst aus Wolfrathshausen - Perta-Biermann





Ein spontanes Klick-Erlebnis

Sie will Keramikerin werden. Also geht sie zur Handwerkskammer, um sich für die Ausbildung anzumelden. Doch während des Gespräches vor Ort kommt der Berater auch auf den Beruf der Goldschmiedin zu sprechen, und Petra wird schlagartig bewusst, dass dieses Handwerk tatsächlich die bessere Wahl für sie ist. „Es war ein spontanes Klick-Erlebnis,“ erinnert sie sich. Sie bekommt sofort einen Ausbildungsplatz und legt nach dreieinhalb Jahren ihre Gesellenprüfung ab. Nach zwei weiteren Jahren geht sie auf die Zeichenakademie in Hanau und macht hier ihr Diplom als ‚Staatlich anerkannte Goldschmiedegestalterin, so die offizielle Bezeichnung. Parallel dazu erwirbt sie den Meistertitel in Wiesbaden. Anschließend geht sie nach München.



Dem Mainstream voraus

In jenen Tagen beginnt die Globalisierung, und es kommt zu Importen von bis dato unbekannten Steinen, Schleiftechniken und Designs aus aller Welt. Neue Trends zeichnen sich ab, doch im Wesentlichen bleibt der Geschmack der deutschen Kunden eher klassisch-verspielt. Petra Biermann aber mag eigentlich nur das Neueste, ob es nun Materialen, deren Mix, Steine oder auch Schliffarten betrifft. Sie liebt es schon damals „avantgardistisch und pur“. Das entspricht noch nicht dem Mainstream. Doch zunächst zwingen die wirtschaftlichen Umstände sie, in dem bisherigen kreativen Korsett zu verharren. Sie arbeitet freiberuflich und entwirft für bundesweit renommierte Firmen Schmuckstücke in konventionellen Designs.



Ihr Schmuck soll nicht nur schmücken

1988 macht sie sich dann, gegen den Willen ihrer Familie, selbständig. Nun kann sie ihre eigenen Ideen realisieren. Von Beginn an arbeitet sie ohne Vorlagen oder Entwürfe. „Das Schmuckstück ist immer schon fertig in meinem Kopf,“ sagt sie. Der Bergkristall, mehr noch als der Brillant sei ihr Lieblingsstein, denn er sei nicht nur der Stein der Weisheit, sondern der Reinheit. Ihre Bergkristalle lege sie regelmäßig bei Vollmond und an Sonnentagen zum Aufladen in die Natur „um einen reinen Energiefluss im Haus zu gewährleisten,“ erklärt sie. Ebenfalls aus Gründen der Reinheit sind ihre bevorzugten Materialien schweres Silber, Weißgold und Platin. Sie entwerfe „individuellen Schmuck für starke Frauen“, sagt sie, denn Schmuck sollte ihrer Meinung nach nicht nur schmücken, sondern die Persönlichkeit der Trägerin transportieren.



Der Name ihrer Linie - ein aussagekräftiges Wortspiel

Bei Petra Biermanns Kreationen steht der Stein im Mittelpunkt; das Material ist im wahrsten Sinn des Wortes nur Fassung. Die Verschlüsse sind integraler Teil eines Gesamtkonzeptes und somit in ihrer Proportionalität der Größe der jeweiligen Schmuckstücke ‚angemessen’. Bei diesen handelt es sich vor allem um Anhänger, deren florales Design immer filigran anmutet. „Ich liebe den Frühling und seine Blütenpracht.“ Auch zu Hause habe sie zu allen Jahreszeiten zumindest immer eine weiß blühende Blume. So war denn auch die in Afrika beheimatete Calla die eigentliche Namensgeberin ihrer Kollektion.



BICALLAS – Das Konzept der Zweifarbigkeit

Dass der Plural ‚Callas’ zudem an Maria Callas erinnert ist beabsichtigt, war die berühmte Operndiva doch von je her ihre Lieblingssängerin. Die Vorsilbe ‚BI’, in der Bedeutung von ‚Zwei’ rundet das Wortspiel phonetisch ab, denn Petra Biermann möchte ‚BICallas’ englisch ausgesprochen wissen, weil der Name auch die Zweifarbigkeit ihres Design-Konzeptes transportiert.

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